Münster und der Hambacher Wald

Kommentar

Münster und der Hambacher Wald

Am letzten Donnerstag wurde in Münster für den Erhalt des Hambacher Waldes demonstriert. Wir waren natürlich auch mit dabei. Warum der Hambi auch uns hier im „fernen Münster“ etwas angeht. Ein Kommentar von Marcus.

Was ist am Hambacher Wald, der derzeit überall in den Medien auftaucht, eigentlich so besonders? Schließlich werden doch andauernd irgendwo Bäume gefällt. Beim „Hambi“ ist es allerdings ein bisschen anders: Erstens ist er einer der ganz wenigen echten Urwälder, die es in Deutschland noch gibt, und zweitens soll er ausgerechnet für die Verstromung von Braunkohle fallen – die klimaschädlichste Art der Energieerzeugung.

Lesenswert zu dem Thema ist, kurz und knackig, der Faktencheck der Deutschen Welle.

Für Eva und Marcus war all das mehr als Grund genug, bei der Demonstration in Münster zur Erhaltung des Hambacher Waldes mit dabei zu sein. Mit uns dabei waren noch über 1000 andere Teilnehmer. Schließlich können auch wir Münsteraner ein Lied von umgesägten Bäumen singen, nicht zuletzt seit am Hansaring die Platanen gefällt wurden.

Baumschutz in Münster

„Bäume sind keine Laternenpfähle, die man nach Belieben umlegen kann“, so schrieb es schon Peter Hlubeck vom NABU Münster in einem Offenen Brief. Auch wenn der Hambacher Wald für viele Leute sicherlich „weit weg“ liegt – auch hier in Münster wird immer wieder ebenso fleißig wie unsinnig gesägt. Die momentan diskutierte Baumschutzsatzung für Münster wäre für unsere Stadt auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.
Kleine Ironie am Rande: Die Stadt Essen, wo RWE seinen Sitz hat, hat bereits seit langem eine Baumschutzsatzung.

Braunkohle: Ein Armutszeugnis für Deutschland

Was vielleicht manchen Leuten noch nicht bekannt ist: Selbst unter den nicht-erneuerbaren Energien ist Braunkohle die mit Abstand dreckigste Form der Energiegewinnung. Bei ihrer Verbrennung entsteht deutlich mehr Kohlendioxid als bei Steinkohle oder Gas. Konkurrenzfähig ist sie nur noch dank staatlicher Subventionen. Dafür auch noch Jahrtausende alte Urwälder wie den Hambi sowie die Heimat tausender Menschen zu opfern, macht Deutschland in Sachen Klimaschutz schlichtweg lächerlich!

Wir sollten uns entscheiden: Soll Deutschland als hochtechnisierte Industrienation bei der Stromerzeugung weiter in der Liga der Schwellenländer spielen? Oder sollen wir unser Know-how nutzen, um unsere Energieversorgung auf neue Pfeiler zu stellen und anschließend die gewonnenen Erfahrungen mit dem Rest der Welt zu teilen?

Stromanbieter wechseln ist leicht

Glücklicherweise ist es heute sehr einfach, die Energiewende ein Stück weit selber in die Hand zu nehmen. Seinen Stromanbieter kann man heute ebenso einfach wechseln wie seinen Internetprovider. Wichtig dabei: Man sollte genau hinschauen, ob der neue Wunschanbieter wirklich reinien Ökostrom anbietet, oder ob er nicht z.B. ein Tochterunternehmen eines Energieriesen ist, wodurch man um 28 Ecken dann doch wieder die Braunkohle mitfinanziert. Wenn du von deinem Energieversorger gehört und ernst genommen werden willst, dann sprich eine Sprache, die er versteht. Quartalszahlen und Aktienkurse werden von Wirtschaftsunternehmen sehr gut verstanden.

Dieser Beitrag ist ein Kommentar von Marcus. Dieser gibt die persönliche Meinung des Autors wieder und muss nicht zwingend den Positionen der NAJU Münster entsprechen.

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